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Das kleine Textillexikon | Von Lyocell bis Polyacryl

Ihr Lieben,

Guido als Designer oder wir als Modeexpertinnen gehen wie selbstverständlich und vor allem tagtäglich mit den verschiedensten Stoffen und Materialien um. Für euch aber können die ganzen Begriffe und Eigenschaften manchmal bestimmt ganz schön verwirrend sein. Genau deshalb wollen wir gemeinsam mit euch heute einen Blick auf die verschiedensten Materialien werfen, um euch einen schönen kleinen Überblick zu verschaffen. Los geht’s!

Das kleine Textillexikon: Der Lyocell

Die eine oder andere von euch ist bestimmt schon mal über den Begriff Lyocell im Wäscheetikett gestolpert und hat sich gefragt: Was ist es denn nun, Kunst- oder Naturfaser? Die Antwort lautet: weder noch! Lyocell wird als künstliche Naturfaser bezeichnet und aus Cellulosefasern hergestellt. Also jene Fasern, aus denen Pflanzen bestehen. Da man die Cellulose jedoch nicht direkt verwenden kann, um sie zu einem Garn zu verarbeiten, spricht man von einer künstlichen Naturfaser.

In der Herstellung der Garne werden die Cellulosefasern durch ein bestimmtes Verfahren herausgelöst und wie Kunstfasern zu einem Endlosfaden gegossen. Lyocell gilt als besonders ökologisch, da es aus erneuerbaren Rohstoffen gewonnen wird und auch der Wasserverbrauch bei der Herstellung relativ gering ausfällt. Lyocell wird gerne verwendet, um daraus extrem leichte Stoffe im lässigen Jeans-Look herzustellen. Auf diese Weise kann die Optik eines Denim-Gewebes erzeugt werden, das Tragegefühl ist aber wesentlich angenehmer. Perfekt für heiße Tage.

Das kleine Textillexikon: Die Viskose

Viskose gehört wie auch Lyocell und Cupro zu den künstlichen Naturfasern und wird ebenso aus Cellulosefasern gewonnen. Viskose wird häufig in Mischgeweben verwendet, um beispielsweise den Feuchtigkeitsabtransport einer reinen Baumwolle zu optimieren. Ähnlich wie Lyocell, wird Viskose ebenfalls zu zarten und weichen Stoffen verarbeitet. Daher ist es eine beliebte und umweltfreundlichere Alternative zu Baumwolljersey und kommt häufig in der Homewear zum Einsatz. Auch in anderen Bereich, in denen ein hoher Tragekomfort verlangt wird, könnt ihr das Material finden.

Dadurch, dass das Material aus erneuerbaren Rohstoffen wie beispielsweise Bambus gewonnen wird, gilt es als besonders umweltfreundlich. Viskose ist übrigens sehr preisgünstig und lässt sich außerdem prima mit farbigen Drucken versehen.

Das kleine Textillexikon: Die Seide

Kaum zu glauben, aber echte Seide wird nach wie vor aus den gesponnenen Fäden der Seidenraupe hergestellt. Diese werden mit größter Vorsicht von den Kokons abgewickelt und anschließend durch verschiedenste Arbeitsschritte widerstandsfähiger gemacht. Diese fein glänzenden Garne werden in der Weberei anschließend zu einem Gewebe verarbeitet, welches später beispielsweise die Grundlage unserer Bluse bildet und für ihren zarten Schimmer und die unvergleichbare Fließfähigkeit geschätzt wird.

Vielleicht erschließt sich dem einen oder anderen dadurch nun auch der hohe Preis der echten Seide. Wer auf eine tierfreundlichere Alternative Wert legt, hat Glück: Durch modernste Verfahren können Kunstfasern den Look, den Griff und auch die Leichtigkeit der echten Seide perfekt imitieren und sind zudem eine kostengünstige Alternative.

Das kleine Textillexikon: Die Baumwolle

Von der klassischen Hemdbluse bis zur Lieblingsjeans: Baumwollqualitäten werden für die unterschiedlichsten Kleidungsstücke und Accessoires eingesetzt. Ursprünglich wurden die Fasern aus der flauschigen Baumwollpflanze für robuste Arbeitskleidung genutzt. Durch moderne Systeme in den Textilfabriken können die Garne heutzutage viel feiner ausgesponnen werden und kommen deshalb auch für luftige Sommerkleider und lässige Oberbekleidung infrage. Und ja, sogar unser Alltagsfavorit Denim besteht zum größten Teil aus Baumwolle.

Damit dieser aber richtig schön anschmiegsam und elastisch wird, sind Fasermischungen mit beispielsweise Elastan unerlässlich. Die Ursprungs-Jeans war nämlich richtig schwer und kaum beweglich – dadurch aber eben auch strapazierfähiger. Heute überwiegt der Wunsch nach Tragekomfort jedoch deutlich.

Neben einem extrem hohen Verbrauch an Wasser bei der Verarbeitung von Baumwolle werden zudem und zu Recht häufig die unfairen Arbeitsbedingungen und der wenig ökologische Anbau an sich kritisiert. Aus diesem Grund unterstützen Otto und auch einige Teile aus Guidos Kollektion die Initiative Cotton made in Africa.

Das kleine Textillexikon: Die Kunstfasern

Häufig werden Kunstfasern wie Polyester und Acryl grundsätzlich verteufelt. Viele wissen aber gar nicht um die Vorteile einer solchen Kunstfaser! Mit einer Kunstfaser lässt sich jedes Garn auf der Welt nachmodellieren! Wie das geht? Kunstfasern sind thermoplastisch verformbar, sprich, man kann ihre Form und Oberfläche durch die Einwirkung von Wärme verformen. Ihr könnt euch das ganze wie eine Art Spritztülle beim Backen vorstellen. Die Kunstfasermasse wird durch verschiedene Öffnungen gedrückt und erhält dadurch die Struktur einer Faser XY.

So lässt sich wie bereits eben beschrieben zum Beispiel eine Seide imitieren. Ganz ohne die Verarbeitung eines tierischen Produktes. Und auch in der Sportbekleidung ist der Einsatz von Kunstfasern unerlässlich. Durch ihre Verformbarkeit können die Garne so ausgesponnen werden, dass sie beispielsweise Nässe besonders gut abgeben können. So trocknet euer Sportshirt beim Training extra schnell und euer Tragekomfort wird erhöht. Auch in Sachen Gewicht ist eine Kunstfaser kaum zu schlagen.

Außerdem können Kunstfasern seit einiger Zeit auch aus Altplastik wie alten Flaschen hergestellt werden. So können diese auch aus ökologischer Sicht mithalten. Nichtsdestotrotz stimmt es, dass unangenehme Gerüche schnell und besonders gut an den künstlichen Fasern haften bleiben. Wer regelmäßig und angemessen wäscht, hat also länger etwas von seinen Schätzen.

Wir hoffen, dass ihr in Zukunft den vollen Fashion-Durchblick in Sachen Stoffe und Materialien habt. Wer sein neues Fachwissen direkt austesten möchte, kann sich ja mal in Guidos Shop umsehen. Viel Spaß beim Entdecken.

Alles Liebe,

Eure Guido-Redaktion